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Hilfestellung zum Einbau von Zündmagenten

WICHTIGER HINWEIS ZUR HAFTUNG
Diese Seite wurde als Hilfestellung entworfen und veröffentlicht. Sie beinhaltet subjektive Meinungen und dient nicht als Leitfaden für aus ihr resultiererende Aktionen. Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.

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Nachfolgend wird als Beispiel der Aus- und Einbau von Slick Zündmagneten (Baureihe 4200/4300) bei einem Lycoming Motor beschrieben

Grundsätzlich

Die hier beschriebene Vorgehensweise ist rein Informativ für das technische Personal der Luftfahrttechnischen Betriebe und genehmigten Flugzeugwarte gedacht und ersetzt keine anderslautende Anweisung des Flugzeug- oder Motorenherstellers.

Rechtsverbindlich sind nur die Angaben des Flugzeughersteller und, wenn nicht vorhanden, die Angaben des Motorenherstellers.

Der Aus- und Einbau sollte nur von entsprechend geschulten und genehmigten Personen erfolgen.

Ausbau

  • Alle Zündkabel an den Zündkerzen demontieren
  • Kurzschlusskabel demontieren
    Achtung Sobald das Kurzschlusskabel am Zündmagneten demontiert ist kann der Motor bei angeschlossenen Zündkabeln anspringen. Der Magnet ist scharf, das Zündschloss außer Funktion. In der „Aus“ Position des Zündschlosses wird der Magnet über das Kurzschlusskabel mit der Flugzeugmasse verbunden.
  • Zündgeschirr am Zündmagneten demontieren
  • Zündmagneten ausbauen
    Achtung Bei einigen Motoren ist der Zündmagnetantrieb mit aufgesteckten Zahnrädern und/oder Schwingungsdämpfern versehen. Achten Sie darauf, dass keine Teile in den Motor beziehungsweise Geräteträger fallen.

Generelle Information

Zündmagnete werden mit Impulskupplung oder Antrieb geliefert. Zahnräder gehören nicht zum Lieferumfang, sie verstehen sich als Motor-Seitiges Bauteil und werden in der Regel wieder verwendet.

Ein Triebwerk hat vereinfacht gesagt einen rechten sowie linken Zündmagneten – Motorsegler sind die Ausnahme, sie haben nur einen Zündkreislauf!

Das Typenschild gibt Auskunft über den Typ, das Baujahr (Bestandteil der Seriennummer), die Drehrichtung, den Revisionsstand sowie bei Retard- Zündmagneten den Winkel des Retard- Kontaktes.

Bildliche Darstellungen:

(montierte Zahnräder gehört nicht zum Lieferumfang von Unison-Slick)

Slick 4270 oder 4370
Rechter Zündmagnet

slick 4371

Slick 4271 oder 7371
Linker Zündmagnet

name plate
Typenschild eines Slick Zündmagneten

Magnet Typ 4370

Serien Nr.: Hergestellt 1999 im Dezember, lauf. Nr. 298

Lycoming Teile Nr.: 66GP-0SANN

Drehrichtung: L = links

Revision: C

Zündzeitpunktverstellung (Lag.): - 

distributor block
Bohrung für Montagestift

X = Bohrung für Lasar Zündmagnet

R = Bohrung für rechtsdrehenden Zündmagneten

L = Bohrung für linksdrehenden Zündmagneten  

pin
Montagestift

einstecken bis zum Anschlag


Vorbereitung

Vorbereitung des Zündmagneten

  • Identifizierung der Zündmagnet-Drehrichtung laut Typenschild
  • Montagestift in die entsprechende Bohrung (hier L) der Verteilerkappe stecken und mit leichtem Fingerdruck andrücken.
  • Zündmagnetantrieb entgegen der Drehrichtung (hier rechts) drehen bis der Montagestift einrastet. (Der Zündmagnet mit Impulskupplung, auch Schnäpper genannt, soll hier außer Funktion sein)

    Achtung Wenn Sie beim drehen des Antriebes einen leichten Widerstand spüren den Stift etwa 10mm herausziehen, etwas weiterdrehen und den Stift wieder mit leichtem Fingerdruck andrücken.
distributor block
  • Mit eingerastetem Montagestift ist der Zündmagnet eingestellt zur Montage auf den Zündzeitpunkt des Zylinders Nr. 1.
  • Neue Dichtung mit etwas Fett auf den Zündmagnetflansch kleben.
  • Der Zündmagnet ist zur Montage bereit.
  

Vorbereitung des Motors
Anmerkung: Zündmagnete werden montiert wenn der entsprechende Motor auf den Zündzeitpunkt des Zylinders 1 gestellt ist.

  • Untere Zündkerze am Zylinder Nr. 1 herausdrehen
  • Motor von Hand drehen bis der Zylinder Nr. 1 die Zündposition (Markierung der Starterscheibe zur Gehäusetrennfuge oben) im Verdichtungstakt erreicht. Auf dem nachfolgenden wird die Starterscheibe auf 25 Grad vor OT eingestellt. Die Gradzahl ist Triebwerksabhängig, sie kann am Typenschild abgelesen werden.
engine timing

Anmerkung

Um festzustellen, dass der Motor im Verdichtungstakt ist verwenden viele Mechaniker den Zündkerzen Prüfanschluss zur Druckverlustprüfung (Leak Test). Dieser hat eine kleine Bohrung und man kann mit dem Finger fühlen, dass der Zylinder verdichtet.

Eine weiter Möglichkeit ist am Zylinder Nr. 2 den Ventildeckel demontieren, den Motor drehen bis sich das Einlassventil und das Auslassventil von Zylinder Nr. 2 überschneiden. Überschneiden heißt ein Ventil geht gerade nach unten während das andere den äußeren (oberen, geschlossenen) Zustand erreicht.


Einbau

 Ist der Zündmagnet und der Motor vorbereitet kann der Einbau des Zündmagneten erfolgen.

  • Der Zündmagnet mit der Impulskupplung kommt auf die linke Motorseite (Flugrichtung)
  • Der Zündmagnet ohne Impulskupplung kommt auf die rechte Motorseite
  • Zündmagnete mit dem eingeführten Montagestift in den Motor einsetzen und dann in Motordrehrichtung etwa 10mm verdrehen.
  • Den Zündmagnet mit den Befestigungsklammern so montieren, dass sich der Magnet mit geringer Kraft verdrehen lässt.
  • Montagestift entfernen
  • Zündzeitpunkt einstellen.
magneto timer

  • Zündzeitpunkt laut Motor Typenschild
    Achtung! Zur Einstellung von Zündmagneten nur zugelassene Prüfgeräte verwenden. Bei modernen Prüfgeräten kann die Zündzeitkontrolle auch bei angeschlossenem Kurzschlusskabel bei ausgeschalteter Zündung erfolgen.
  • Prüfgerät nach Herstellervorschrift anschließen.
  • Motor entgegen der normalen Drehrichtung etwa 30 Grad zurückdrehen, damit die Impulskupplung einrasten kann, Motor in Drehrichtung drehen bis das Schnappgeräusch der Impulskupplung hörbar ist. Den Motor wieder entgegen der Drehrichtung etwa 10mm über die Zündzeitpunktmarkierung drehen und dann genau auf die Zündzeitpunktmarkierung stellen. (So ist gewährleistet, dass der Zündmagnet mit Impulskupplung richtig eingestellt werden kann.)
  • Prüfgerät einschalten, Zündmagnete nacheinander in Motordrehrichtung langsam verdrehen bis die zutreffende Kontrolllampe angeht.
  • Zündmagnete fester Anschrauben.
  • Gegenkontrolle vornehmen. Den Motor wieder entgegen der Drehrichtung etwa 10mm über die Zündzeitpunktmarkierung drehen und dann in Richtung Zündzeitpunktmarkierung. Die Kontrolllampen müssen genau auf der Zündzeitpunktmarkierung ausgehen.Gegebenfalls Zündmagnete korrigieren.
  • Bei Positivem Ergebnis Zündmagnete nach Herstellvorgabe festschrauben, Drehmoment beachten.
  • Nochmals die Zündeinstellung kontrollieren

  • Sollte sich die Zündung des linken Zündmagneten nicht auf den Zündzeitpunkt einstellen lassen kann das vormontierte Zahnrad der Grund sein. Drehen Sie es um 180° und stellen Sie erneut ein.

pinion gear
pinion gear

Bei einer Drehung um 180° wird das Zahnrad um einen ½ Zahn gedreht.

Nachdem die Zündung ordnungsgemäß eingestellt ist empfehlen wir die Zündmagnete am Flansch zum Geräteträger mit einem Farbstift zu kennzeichnen. Wenn bei späteren Zündzeitpunktkontrollen festgestellt wird dass die Markierung um mehr als 3mm abweicht, den Zündmagneten ausbauen und von einem zugelassenem Betrieb einer internen Kontrolle unterziehen lassen.

Kurzschlusskabel und eventuelle Masseverbindung anbringen, Zündkerze einsetzen, Zündkabel befestige, und Motorprüflauf durchführen.

bypass line

Kurzschlusskabel mit Ringanschluss montieren. Reihenfolge, Isolierscheibe, Ringanschluss des Kurzschlusskabels, Zahnscheibe, Mutter. Kontrollieren, dass der Ringanschluss keine Verbindung zur Masse (Sechskant des Kondensators) hat. 

Masseanschluss des Kurzschlusskabels montieren


Prüflauf

Nur eine ordnungsgemäß montierte Haube garantiert ausreichende Kühlung.

Den Motor ohne Haube (Cowling) nur kurz und ohne große Last laufen lassen. Es besteht die Gefahr der Überhitzung der Zylinder da die Kühlluft nicht zwischen die Zylinder geführt wird.


Inspektionsintervalle (siehe auch FAQ)

Inspektionsintervalle von Slick Zündmagneten der Bauserien 4200/4300/6200 & 6300.

Gemäß SB2-80C sind alle Zündmagnete nach 100 Betriebsstunden einer äußerlichen und all 500 Betriebsstunden einer inneren Kontrolle nach Herstellervorschrift zu unterziehen.

Für Motoren mit druckbelüfteten (presurized) Zündmagneten empfehlen wir die Kontrolle bereits nach 250 Betriebsstunden.

An allen Zündmagneten der Baureihen 4200 und 6200 sind nach 1000 Betriebstunden zusätzlich die Lager der Magnetrotoren zu erneuern.

Gemäß SB1-89B sind alle Zündmagneten der Bauserien 4200/4300/6200 & 6300 die an Motoren mit Einfachzündung betrieben werden nach einer Laufzeit von 50 Betriebsstunden einer äußerlichen und alle 250 Stunden oder spätestens nach 24 Monaten einer internen Kontrolle nach Herstellervorschrift zu unterziehen.

torque